"Wie man sich bettet, so schläft man." Das besagt ein altes Sprichwort. 
Doch entscheiden nicht immer wir selbst, wie wir uns betten. Äussere Faktoren bestimmen häufig über unser Wohlbefinden und unseren seelischen Zustand, was sich automatisch auf unser Schlafverhalten auswirkt. Vor allem in Zeiten, in denen wir hohem Leistungsdruck ausgesetzt sind, verändert sich unser Schlafverhalten stark. Schlafstörungen können die Folge sein, und diese wirken sich auf unsere Gesundheit aus: Herz- und Kreislaufprobleme sowie Gelenk- und Muskelerkrankungen oder Migräne können auftreten. Schlafstörungen haben aber auch psychische Auswirkungen. So sind Menschen, die wegen äusserer Faktoren zu wenig schlafen, unkonzentrierter, aggressiver und können sogar unter depressiven Verstimmungen leiden. Für kurze Zeit ist ein stressbedingter Schlafmangel nichts Dramatisches.
Ein erhöhter Stresspegel führt dazu, dass wir weniger Schlaf benötigen. Wir fühlen uns plötzlich trotz Schlafmangel fit und leistungsstark. Dieser Adrenalinschub hält uns auf Trab und hilft uns, Herausforderungen trotz weniger Ruhepausen zu bewältigen. Doch was, wenn aus einer Phase ein Dauerzustand wird?
Unser Körper erreicht früher oder später wieder das Stadium, in dem er sich nach der für uns bestimmten, individuellen Menge an Schlafstunden sehnt.

Der Weg zu mehr Ruhe: Eigentherapie

Um zu verhindern, dass sich periodische Schlafstörungen negativ auf den Körper, die Gesundheit und das Gemüt auswirken, muss man sich selbst beibringen, schon vor dem Schlafengehen zur Ruhe zu kommen. Eigentherapie lautet die Devise. Besonders nach einem stressigen Arbeitstag ist das Mobiltelefon der wohl grösste Stressfaktor. Einige Stunden vor dem Zubettgehen das Mobiltelefon beiseitelegen und sich so von der Aussenwelt abschotten sorgt für Abhilfe. Man sollte keine Streitgespräche und Diskussionen vor dem Einschlafen führen. Auch
Fernsehen wühlt mehr auf, als dass es entspannt. Um möglichst stressfrei zu Bett gehen zu können, müssen die Sinne entspannt werden und ruhen können. Statt sich mit viel Licht und vielen Farbenzu umgeben, sollte man sich lieber ein entspannendes Bad gönnen und dazu unaufgeregte Musik hören. Auch Entspannungsübungen für den Körper, wie man sie vom Sport kennt, sind hilfreich. 

Die natürliche Variante

Nach einem aufregenden Tag schwört manch einer auf das bekannte Glas Wein am Abend. Dabei sollte man vor dem Schlafengehen die Finger vom Alkohol lassen. Dieser hat keine entspannende Wirkung, wie irrtümlicherweise angenommen wird, sondern stört den Schlafvorgang erheblich. Auch Nikotin wirkt sich negativ auf unser Schlafverhalten aus. Lieber nochmals an die frische Luft gehen und vor dem Zubettgehen einen kleinen Spaziergang machen. Nach Absprache mit einer Fachperson können verschiedene Schlafmittel zu einem erholsamen Schlaf verhelfen. In den Apotheken erhält man rezeptfreie Schlafmittel auf pflanzlicher Basis, die ohne Nebenwirkungen entspannend wirken. Im Gegensatz zu rezeptpflichtigen Schlafmitteln kommt es bei pflanzlichen zu keiner Gewöhnung.

Die richtige Mischung für einen erholsamen Schlaf ist individuell verschieden. Wer für sich selbst die richtige Balance findet, steigert spürbar seine Leistungsfähigkeit und sein Wohlbefinden, damit die Nacht wieder zu der Zeit wird, inder man losgelöst träumen kann.
                                                                                               Benjamin Gottschalk