Wie unterscheiden sich Schlafstörungen bei Kindern von denen bei Erwachsenen?

Dr. med. Alexandre N. Datta: Kinder leiden entweder unter Insomnien, also Ein- und Durchschlafstörungen, Parasomnien, sprich schlafassoziierten Phänomenen, oder einer Hypersomnie, das heisst einem erhöhten Schlafbedarf. Diese drei Entitäten können unterschiedliche Ursachen haben und treten im Kindesalter entwicklungsgebunden in charakteristischen Altersstufen auf. Sie unterscheiden sich in der Häufigkeit, dem Zeitpunkt des Auftretens und der Manifestationsart von Schlafstörungen im Erwachsenenalter. Im Säuglings- und Kleinkindalter prädominieren die Insomnien: Das Kleinkind muss das Ein- und Durchschlafen nämlich erst erlernen. Insomnien treten aber auch im Jugendalter in recht häufig auf. Neben den Insomnien sind auch Parasomnien im Kindesalter häufiger anzutreffen, wie etwa der Nachtschreck oder auch das Schlafwandeln.

Unter welcher Schlafstörung leiden Kindern am häufigsten?

Am häufigsten leiden Kinder unter Insomnien, also Ein- und Durchschlafstörungen. In unserer Schlafsprechstunde sind aber oft auch Parasomnien und etwas seltener vermehrte Tagesschläfrigkeit ein Thema.

17 Prozent aller Kinder haben schon geschlafwandelt. Wie kommt das?

Häufiger als das Nachtwandeln kommt jedoch der Nachtschreck vor. Beim Nachtschreck sitzt das Kind oft mit offenen Augen im Bett, schreit wie am Spiess und lässt sich nicht beruhigen. Beim Schlafwandeln läuft das Kind umher, meist ohne sich dabei zu verletzen. Das Kind erinnert sich am nächsten Morgen an keines der beiden Ereignisse, da es dabei eben schläft und nicht wach ist. Schlafwandeln sowie Nachtschreck sind normal. Eltern müssen lernen, richtig mit diesen Phänomenen umzugehen, sie aber nicht aktiv bekämpfen.

Benjamin Gottschalk