Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit für jedes Paar. Gern rät man schwangeren Frauen, genug zu schlafen. Das ist leichter gesagt als getan. Viele Frauen berichten von Schlafstörungen, besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft. Diese können unterschiedliche Ursachen haben, meistens wirken aber verschiedene Faktoren zusammen.

Am schwierigsten ist es, die Schlafposition zu finden. Besonders für Bauchschläferinnen bedeutet die Schwangerschaft eine Umgewöhnung. «Auf dem Rücken zu schlafen, ist in vielerlei Hinsicht ungeeignet für schwangere Frauen», sagt Daniela Janssen, Somnologin und Psychotherapeutin FSP im Zentrum für Schlafmedizin ZSM Hirslanden. «Einerseits drückt das Gewicht des Bauchs auf das Kreuz, und andererseits kann diese Lage unter anderem zu saurem Aufstossen führen.» Durch die Gewichtszunahme könne es auch sein, dass schwangere Frauen zu schnarchen beginnen, was durch die Rückenlage begünstigt wird. Wenn man sich für das Liegen auf einer Körperseite entscheiden muss, empfiehlt sich die linke. So können Nährstoffe und das Blut in idealer Weise in die Plazenta fliessen.

Wenn die ideale Position gefunden ist, plagt schon das nächste Problem: der Harndrang. Es ist üblich, dass eine schwangere Frau oft zur Toilette muss. «Das hängt damit zusammen, dass die wachsende Gebärmutter auf die Blase drückt. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel hat sich der Körper bereits an diese Zusatzbelastung gewöhnt, während sich der Harndrang im letzten Drittel der Schwangerschaft durch das wachsende Baby wieder verstärkt», sagt Janssen. Auf reichliches Trinken soll man aber nicht verzichten. Lieber sollte man den Grossteil des Getränkekonsums auf den Vormittag und den frühen Nachmittag verlegen, sodass die Blase abends nicht zu gefüllt ist. Um Flüssigkeit im Körper aufzusaugen und so zu verhindern, dass sie durch die Niere ausgeschieden werden muss, sollte man abends Trockenobst geniessen.

Bei den meisten Frauen kehrt der ruhige Schlaf im zweiten Drittel der Schwangerschaft wieder zurück, denn der Körper hat sich an die hormonelle Umstellung gewöhnt. Auch der verstärkte Harndrang lässt dann meistens nach. Im Volksmund nennt man das zweite Drittel der Schwangerschaft gern Flitterwochenphase, weil unangenehme Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder andere Beschwerden verschwinden und man die Schwangerschaft dann in vollen Zügen geniessen kann. Diese Phase entschädigt die schlaflose erste – und die werdenden Mütter werden mit einem tiefen und erholsamen Schlaf belohnt. 

Joëlle Weil